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Lebet gesund, ihr Säcke!

January 9th, 2007

Die Wahlen kommen, man ist besorgt und will nur das Beste: So soll es den bösen Rauchern mal wieder an den Kragen.

Wie unsere Nachbarn, haben auch wir Helvetier in Bälde zu Nichtrauchern zwangszuwerden, zumindest wenn es nach der Meinung einer unheiligen Allianz aus Gutmenschen und deren Mitläufern geht. Es schmerzt sowohl Herz als auch Verstand, in dieser Frage einzig mit den Rechtsaussenfanatikern auf einer Linie zu sein, doch so ist es nunmal. Wozu dann noch der Gang in zwielichtige Bars, wenn selbst das Rauchen verboten ist? Nur noch Alk kübeln? DAS kann ich dann definitiv auch zu Hause. Und erspare mir dadurch erst noch das Heimwanken.

So jedenfalls gibt’s MEINE Stimme definitiv nicht.

Schweizerland

  1. Carlo
    | #1

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    Ich kann es nicht unterdrücken, hier wiedermal meine Meinung preiszugeben. Trete ich als Nichtraucher in eine Kneipe, so komme ich nicht drum herum, den schädlichen Rauch einzuatmen. Als Nichtalkoholtrinker kann ich sehr wohl auf Alkohol verzichten und mir ne kalte Cola bestellen.
    So wie es also Einschränkungen im Konsum von Alkohol zum Schutz Dritter gibt (Promillgrenze), so sollte es doch auch Gesetze zum Schutz Dritter in Bezug auf das Rauchen geben, oder nicht? Die raucherfreien Züge sind meiner Meinung eine etwas sehr diskriminierende Methode, da ein Raucherwagen sehr wohl abgegrenzt positioniert werden könnte. Wie es aber in einer Kneipe geregelt werden sollte, ist mir ein Rätsel. Auf jeden Fall würde ich eine Kneipe in der Tradition des Alkoholkonsums sehen und nicht in der des Tabakrauchens.

    stefan Reply:

    Wie wär’s mit Raucherbeizen und Nichtraucherbeizen, wie es sie heute bereits gibt? Oder dem Obligatorium, einen abgetrennten Nichtraucherteil anzubieten, wenn es denn sein muss?

    Sam Reply:


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    Carlos Argument ist natürlich stichhaltig. Das Saufen schadet den anderen Gästen zumindest nicht unmittelbar.
    Die rauchfreien Züge waren natürlich auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit, da die Raucherabteile sichtbar dreckiger waren und mehr zu Putzen gaben.

    stefan Reply:

    Ja, auch wenn ich anfangs gar nicht überzeugt war von der Idee rauchfreier Züge, ist’s eigentlich nur auf längeren Reisen irgendwie ärgerlich, aber selbst da findet sich im Normalfall Abhilfe in Form einer Lektüre oder so. Kreutzworträtselnd in Bars hocken wäre hingegen etwas seltsam…

  2. Sam
    | #2

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    Ich bin auch nicht unbedingt ein Freund der Prohibition oder des erziehenden Staates. Da ich aber seit ein paar Monaten die angenehm rauchfreie Luft in den hiesigen Ausgangslokalen geniesse, fällt meine Meinung klar aus (Polemikalarm): In New York wird auf dem Trottoir geraucht statt in der Bar. Scheint für niemanden ein wirklich grosses Problem zu sein, man macht hin und wieder mal eine Rauchpause vor der Tür. Offenbar wird dabei einfach weniger geraucht. Ich habe nie tränende Augen und meine Stimme ist nur vom besoffenen Rumschreien heiser. Ich muss meine Kleider und Haare seltener waschen (und hier gehört es ja sowieso zum guten Ton, in seinen Kleidern zu schlafen). Nichtraucherabteile sind vermutlich ein Kosten- und Lokalitätsproblem. Nichtraucherbeizen auf freiwilliger Basis funktionieren vermutlich nicht, weil die dann bloss von christlichen Jugendgruppen besucht werden. Ein Obligatorium hingegen führt vermutlich nicht zu einem allgemeinen Gästerückgang. Also ist allen geholfen: Der Gaststätte (bessere Luft), den Nichtrauchern (bessere Luft) und den Rauchern (bessere Luft, gegen deren Willen. Aber der freie Wille reicht ja nur bis an die Grenze des freien Willens deiner Nächsten).

    Sam Reply:


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    Ich vergass das Servicepersonal. Tägliches maskenloses Arbeiten in toxischer Luft ist in allen anderen Industriezweigen vermutlich verboten.

    stefan Reply:


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    Wird ja niemand gezwungen, im Service zu arbeiten. Zudem können Lüftungen Wunder wirken…

    Carlo Reply:


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    Was ist jetzt das wieder für ein Notargument? Du hättest also lieber keine Leute, die dich in einer Kneipe bedienen, als alle 20 Minuten mal kurz raus zu gehen, um deine Kippe zu rauchen? Irgendwie riechts hier nach Sturheit, Rechtsaussenfanatikersturheit.
    Soll die Kneipe zum lokalen Treff der Raucher werden, wo Nichtraucher nicht erwünscht sind? Rechtsaussenfanatikerblödsinn!

    stefan Reply:


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    Wzg? Wenn eine Raucherbeiz kein Personal findet, wird sie zwangsläufig zur Nichtraucherbeiz. Was hat das mit Nichterwünschtheit von Nichtrauchern zu tun? Zuerst mal ausnüchtern, DANN Kommentare schreiben…

    Carlo Reply:


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    Eigentlich gehts mir eher darum, dass ich es schlimmer finde, Menschen in Raucher/Nichtraucher aufzuteilen, als ein Gesetz zu erlassen, das die Gesundheit aller berücksichtigt. Aber vermutlich hast du die paar wichtigen Hirnzellen verraucht, die du bräuchtest, um diesen Schluss zu ziehen.

    stefan Reply:


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    Hehe, wer wird denn gleich persönlich werden? Jedenfalls: Das Leben *ist* ungesund und das Abwägen des Gesundheitsschutzes gegen allgemeine Interessen oft problematisch (Verkehr, Essen, gefährliche Berufe, …). Bei mir überwiegt halt mein allgemeines Interesse zu rauchen und wenn das nicht in dein Hirn will, soll’s wohl so sein…

    Carlo Reply:


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    Hehe, wenn schon denn schon! Ich bin nicht gegen ein allg. Rauchverbot. Aber öffentliche Orte sollten eher der Gesundheit aller gelten, als der Lust einzelner.

    stefan Reply:


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    Hrmja, die Frage bleibt nach der Definition eines öffentlichen Ortes. Eine Bar ist ja im Prinzip in Privatbesitz, ein Büro ebenfalls (dort soll man ja auch nicht mehr rauchen dürfen).

    Carlo Reply:

    Also, wir können unendlich so weitermachen. Abschliessend will ich nur meinen, dass man als Raucher sich dessen bewusst sein muss, dass sich das Rauchen auch auf die Menschen um einen herum auswirken kann. Beim Autofahren nimmst du auch auf die Fussgänger rücksicht, oder?

    Carlo Reply:


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    Raucher haben keinen freien Willen, ihr Wille bestimmt Herr Philipp Morris.

    stefan Reply:


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    1. Der Nominativ ist den Akkusativ sein Tod, oder so.
    2. Rauche ich freiwillig
    3. IIh, Philipp Morris. Ein Bisschen Stil, bittesehr… :)

    Carlo Reply:


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    Rauchen mag mit 16, wenn man bei all seinen Freunden als cool gelten will, noch etwas wie freiwillig sein. Eine sich daraus entwickelte Sucht hat aber meiner Meinung nach nichts mehr mit freiem Willen zu tun, zumal viele ihre etliche Versuche aufzuhören nicht durchsetzen können.

    stefan Reply:


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    Ich konnte, habe zwei Jahre nicht geraucht. Ich denke, wer wirklich will, kann auch aufhören. Wer hingegen nur realisiert, dass er aufhören *sollte*, irgendwie aber noch gerne raucht, der hat keine chance…

    Carlo Reply:


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    Ich glaube nicht, dass abgebrochene Versuche, mit Rauchen aufzuhören, immer eine Vernunftssache sind. Woher kommt die Lust, wieder eine Zigi anzuzünden? Bestimmt nicht nur aus einer Gleichgültigkeit seiner eigenen Gesundheit gegenüber.

    stefan Reply:

    Ich betrachte das nicht als abgebrochenen Versuch, sondern als neuen Einstieg. Die Ursache der Lust, wieder anzufangen, ist wohl individuell verschieden.

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