Wieder drohen Abstimmungen. Viele. Ich ignoriere hiermit jedoch alle ausser einer:
Einführung von elektronisch gespeicherten biometrischen Daten im Schweizer Pass und in Reisedokumenten für ausländische Personen: NEIN
Bei der Argumentation schliesse ich mich der Freiheitskampagne an.
Für Lesefaule eine kleine Zusammenfassung: Im Prinzip ist alles wie immer. Sicherheitsorgane würden uns gerne einen GPS-Tracker im Anus montieren, belassen es bis auf weiteres aber bei einer nationalen Datenbank unserer Fotos und Fingerabdrücke sowie der Verwanzung von Pässen und IDs, was aber nur halb so schlimm ist, weil die Daten (“ehrlich, im Fall!”) nur für Schweizer Behörden zugänglich sind, diese nie und nimmer ihre Machtposition missbrauchen würden und “der Schutz der Daten [...] strengen internationalen Normen” entspricht. Das ist sehr beruhigend, denn was international genormt ist, kann nur gut sein!
Ahja, “ein Zugriff ausländischer Behörden [auf die Daten] ist ausgeschlossen”. Das eben erst fachgerecht zu Grabe getragene Bankgeheimnis zwinkert uns aus dem Jenseits zu und erinnert uns daran, wie stark und unbeugsam unsere Obrigkeit “Druck” aus dem Ausland erträgt. “Ausgeschlossen” my ass.
Ähm, ja. Jedenfalls, nein sagen.
Weil wir uns bald schon dem Ende des ersten Jahrzehnts im dritten Jahrtausend nähern, wird es wohl Zeit, sich neuen Technologien gegenüber zu öffnen, ja, diese gar zu Kaffee und Kuchen einzuladen. Deshalb ist ott.net ab sofort, und der Laie wird sich zurecht fragend den Kopf kratzen, per IPv6 erreichbar.
Wer eine IPv6-ready Internetanbindung geniesst, könnte unter Umständen rechts bei “You” bereits seine v6-Adresse erspäht haben. Ansonten hilft um Klarheit zu schaffen ein Besuch auf der expliziten IPv6-Adresse ipv6.ott.net, welche für Technologiemuffel nicht erreichbar ist.
Wer das jetzt auch unbedingt haben muss, SixXS bietet gratis tunneling.
Jedenfalls heisse ich mich selber in einer noch recht leeren Welt der unbegrenzeten Adressierbarkeit willkommen und werde entspannt zurücklehnen und die Stille geniessen.
Da auch die langweiligste Blog-Artikel-Reihe einmal zu einem Ende kommen muss, hier der letzte TV-Serien-Beitrag.
Another beautiful Miami day – mutilated corpses with the chances of afternoon showers
Zuerst mal ist löblich, dass obwohl Dexter auch in Miami spielt, anders als bei CSI: Miami nicht alles von einem Gelbton überlagert ist. Oder einem Vollidioten. Egal.
Also: Dexter arbeitet bei der Polizei als Blutspurenanalyst (oder so), das ist aber nur am Rand relevant. Wichtiger ist, was er nach der Arbeit tut: er bringt Leute um. Genauer ist er nach einem irgendwie biblisch anmutenden Auge-um-Auge-Plan unterwegs um Bösewichte zu erlegen, die von der Justiz nicht belangt werden können, sei es auf Grund von Formfehlern, mangels vor Gericht zulässiger Beweise oder wieso auch immer. Dexter kriegt sie, zerstückelt sie und entsorgt sie von seinem Schiffchen aus.
Dass es in jeder Staffel einen irgendwie gearteten Gegenspieler haben muss, ist wohl nötig, um die Spannung aufrecht zu erhalten, ermüdet aber auf Dauer. Auch hat der Protagonist einen Hang zum ach-wie-speziell-ich-doch-bin-ismus – ein Stück weit hat er ja recht, aber wir haben’s langsam gehört.
Abgesehen von diesen kleinen Aussetzern kann ich die Serie empfehlen, die Perspektive ist erfrischend und das brachiale Gerechtigkeitsempfinden wird befriedigt.
Dexter, nach Season 3:
7/10
Nach dem Prinzip “keine Nachrichten sind gute Nachrichten” kommt heute ein längerer, folglich schlechtnachrichtiger Beitrag:
K.I.T.T., you try something like that again, I’ll put sugar in your gas tank.
Kinder der 70er- und 80er-Jahre werden sich an die Abenteuer von Michael Knight in seinem unglaublichen Auto erinnern. Kleinstädte wurden vor Rockerbanden beschützt, Juwelendiebe dingfest gemacht und gelegentlilch KITTs böser Doppelgänger vernichtet.
Dann kam das Jahr 2008 und jemand dachte sich “hey, wir nehmen den Titel und die Grundidee, begraben sie unter einem stinkenden Haufen Klischees und bauen ein Plumpsklo oben darauf”. So kam dann die erste Hälfe der ersten Staffel dieser neuen Serie zustande. Die unerträglichste Truppe an Figuren seit Desperate Housewives wurde mit den lächerlichsten Spezialeffekten seit Thunder in Paradise auf an Groteske kaum zu übertreffende Missionen geschickt. Statt im Alleingang korrupte Kleinstadtpolizisten auszutricksen bekämpfte Michael Knight nun als Teil irgendeiner mächtigen Regierungsorganisation atombombenumsichwerfende Terroristen in einem Tempo, dass es selbst Jack Bauer schwindlig würde.
Aus Prinzip hielt ich aber an meinem Entscheid fest, die Serie weiterzuschauen und siehe da, gegen Mitte der Staffel wurde das Konzept grundlegend überworfen, etwa zwei Drittel der Charaktere auf dem Sondermüll entsorgt und angefangen, zu einer ein-Mann-bekämpft-böse-Buben-auf-der-Strasse-Geschichte zurückzukehren. Ob dies die Serie noch vor dem Aus bewahren kann, steht in den Sternen, aber schaden kann es sicher nicht. Ich bleibe dran und vergebe je einen Bonuspunkt als Anerkennung für die Totalrenovierung und weil es irgendwas mit Knight Rider zu tun hat.
Knight Rider, Season 1:
4/10
Was man auf eine einsame Insel mitnimmt:
Let’s look Death in the face and say ‘Whatever, man!’
Also: Die Leute sind immer noch auf dieser unsäglichen Insel, jedenfalls die meisten. Bzw. sie waren da. Oder werden es gewesen sein. So richtig genau weiss das niemand, aber ist auch egal, das wird sich alles noch klären. Das Problem ist lediglich, dass mir die Protagonisten allesamt ziemlich auf den Sack gehen, mir deren Wohlergehen folglich relativ egal ist. Abgesehen davon ist die Inselgeschichte aber immer noch spannend und leidet definitiv nicht an mangelnder Kreativität.
Lost, Season 5:
8/10