unsere wohlwollenden führer ahmen in akutem realitätsverlust blindlings ausländische zensurmassnahmen nach.
so berichtet unser aller lieblingsdruckerzeugnis, dass der bundesrat nun auch in der schweiz die «virtuelle darstellung exzessiver gewalt» verbieten will, weil ebendiese «das verhalten von jugendlichen negativ beeinflussen [könne]». stimmt. als langjähriger spieler muss ich täglich gegen den drang, wild um mich zu ballern und zu kettensägen ankämpfen. ganz zu schweigen von der fixen idee, jeden schwebenden felsbrocken mit dem schädel einzudonnern, in der hoffnung, einen wachstumspilz oder gar eine feuerblume zu ergattern.
also, jedenfalls: wer solch überholte pseudopsychologischen weisheiten von sich gibt, wäre besser beraten, still in seinem kämmerchen sitzenzubleiben und darüber nachzudenken, wo er noch ein paar milliönchen an steuergeldern verlochen kann. wie wär’s mit staatlich geförderten, garantiert gewaltfreien computerspielen?
in guter tradition werde ich die werten leser erneut mit meinen meinungen zu den anstehenden abstimmungen beglücken.
diese sind zwar unverhältnismässig weniger brisant als die letzten, aber egal.
Neuer Finanzausgleich: JA
Als Volkswirtschaftsei ist es mir nicht möglich, hier Text zu schreiben, der den Monitorplatz wert ist, den er belegt, aber anhand dessen, was ich so den Medien entnehmen kann, wird das Ding letztlich u.a. den Steuerwettbewerb fördern und unsinnige Anreize, unnötig Geld (z.B. für Strassenbau) auszugeben, verschwinden lassen – tönt meiner Meinung nach interessant.
Neue Finanzordnung
Hier wäre es natürlich lustig, mal nein zu stimmen, und zu schauen, was unsere Weisen mit 60% weniger Einnahmen machen. Vielleicht gibt’s dann doch keine neuen Panzer. Kommt auf den Destruktivitätsgrad meiner Stimmung am Stimmzettelausfülltag an.
Stammzellenforschungsgesetz: JA
Hier erübrigt sich eigentlich jeglicher Kommentar, da ausser religiösen Faschisten und Grünextremen kaum jemand ernsthaft dagegen Stellung ergreift und die, die es doch tun, Panikmache der billigsten «Das ist mit Genen und so» Sorte betreiben. Wenn das Entnehmen von ein paar Zellen aus einem eh zu vernichtenden Haufen, der keinerlei Aussicht darauf hat, jemals zu etwas Lebendigem zu werden, der Wirtschaft und dem medizinischen Fortschritt dient und niemandem Schaden zufügt, sehe ich keinerlei Probleme – allerhöchstens so bedenklich wie die Organtransplantation nach dem Tod.
Und das war’s dann auch schon.
freut sich mein einfaches gemüt ab dem ersten schnee.
also, okay, diesmal ist’s recht poplig ausgefallen, und eigentlich kann man gar nicht wirklich von schnee reden, zumal es lediglich ein kleines krüstchen frühmorgens war, aber dennoch freue ich mich. so bin ich halt.