Ein paar Lektüreempfehlungen aus fernen Landen
Hiermit möchte ich der grossen weiten Welt ein paar Bücher empfehlen, derer Lektüre ich mich in letzter Zeit hingegeben habe und die ein Grossteil meiner treuen Leserschaft wahrscheinlich eh schon kennen. Nichtsdestotrotz:
Dieser Klassiker spielt in Flatland, einer zweidimensionalen Welt. Der Protagonist erzählt nach einer detaillierten Einführung in die Existenz als 2D-Wesen von seinen Ausflügen in die ein- bzw. dreidimensionalen Lande und regt uns Gefangene der dritten Dimension dazu an, unsere Vorstellungskraft dahingehend zu nutzen, den wohl zum Scheitern verdammten Versuch zu unternehmen, einen mentalen Eindruck einer vierten Dimension zu gewinnen. Lesenswert und kurz.
Ebenfalls ein Klassiker (und so ganz nebenbei Wells’ grosser Durchbruch), lässt der Titel den nicht komplett denkunfähigen Zeitgenossen schon erahnen, worum sich die Geschichte drehen könnte. Da jede weitere Erläuterung das Lesevergnügen nur unnötig schmälern würde, sei lediglich gesagt, dass neben der eigentlichen Geschichte auch ein paar grundsätzliche und nicht komplett uninteressante philisophische Fragen zur weiteren Entwicklung menschlichen Lebens aufgeworfen werden. Ebenfalls kurz und, für alle, die die Lektüre bisher versäumt haben, äusserst empfehlenswert.
Nicht Science-Fiction im herkömmlichen “wir reisen zur Sonne und essen mit Marsmenschen znüüni” Sinn sondern eine Lektüre, die den gar nicht so abwägigen Alltag in einem zukünftigen Europa anhand unterschiedlicher, irgendwie zusammenhängender Geschichten von Einwohnern der mittlerweile zu einem Super-Staat zusammengewachsenen EU schildert. Wie der Text auf dem Deckel sagt: “Black, bitter and darkly unforgiving” – eine Abrechnung mit der menschlichen Natur. Mein Lieblingssatz: “I wish they’d do something about this global warming”.
Für einmal Nonfiction: Wer sich schon des Öftern gefragt hat, ob er irgendwie zu dämlich ist, oder ob nicht einfach die Gegenstände des Alltags häufig ohne Einsatz eines allzu ausgeprägten Denkapparats zustande gekommen sein könnten, wird hier einige Hinweise finden, warum letztere Theorie nicht zwingend die falsche sein muss. Eine Pflichtlektüre für jeden, die irgendwann in irgendeiner Weise irgendetwas herstellen/programmieren/konzipieren muss, was von Mitmenschen genutzt werden soll, und eine gute Informationsquelle für Alltagsgegenstandsidiotiegeplagte.
Viel zu sagen gibt’s zu Terry Pratchett’s Büchern im Allgemeinen nicht, so ist er doch neben Douglas Adams einer der genialsten Sci-Fi/Fantasy-Satire-Schreiberlinge. Auch diese Geschichte spielt in seiner köstlich absurden Discworld und handelt grösstenteils von Hexen. Meines Erachtens kommt das Buch zwar nicht an Feet of Clay oder meinen persönlichen Favoriten Small Gods heran, ist aber durchaus unterhaltsam. Insbesondere Kenner von Shakespeare’s Werken, zu denen ich mich leider nicht zählen kann, werden wohl ihre helle Freude haben.
Das war’s dann auch schon aus der literarischen Ecke und ich verbleibe mit einem ganz und gar unliterarischen Zitat, welches keinerlei Zusammenhang mit diesem Artikel, geschweige denn meinen hiesigen Vor- und Währendsemesteraktivitäten aufweist. Es stammt von Articolo 31 und lautet in etwa: “La sera quando vai al bar, non ordinare un liquore qualsiasi, ordinarne dieci”.