OMFG, Insekten!
Vor schätzungsweise zwei Jahren schloss ich Freundschaft mit einem Stamm Mehlmotten. Das heisst, der Stamm schloss Freundschaft mit meinem Küchenschrank, genauer meinem Vorrat an ausgesuchten Lebensmitteln. Wie üblich bei territorialen Konflikten scheiterten sämtliche Verhandlungsversuche und, wie ebenfalls üblich, musste ein Genozid her. So ergab es sich, dass das muntere Völkchen alsbald in Gesellschaft genannter ausgesuchter Lebensmittel an Bord mehrerer blauer berner Qualitätsmüllsäcke von ihrer neuen Heimat aus die Reise in die städtischen Verbrennungsanlagen antraten, ein Abschied ohne Tränen. Nachzügler werden seitdem entweder mit einer Kombination aus dem Taschentuch des Todes und der WC-Spülung der Verdammnis oder dem zweistufigen Sipuro-Massaker, ebenfalls gefolgt von einem Abtransport durch die lokale Kanalisation sanft daran erinnert, dass Ihresgleichen hier nicht länger willkommen ist.
So viel zur Vergangenheit.
Nun scheint sich aber die Gastlichkeit meines Anwesens im Insektenreich herumgesprochen zu haben, sodass ich berets mehrfach Zeuge wurde, wie eine Wespe nach einem prüfenden Rundflug über mein Balkönchen einen etwas zu unschuldigen Gesichtsausdruck aufsetzte, an mir vorbei schlich und auf nimmerwiedersehen in meiner Storenmechanik verschwand. Da die Wespe nicht als besonders freundliches und kuscheligs Haustier bekannt ist, werde ich besagte Storenmechanik wohl in Bälde einer fachmannischen Untersuschung mit anschliessendem erneutem Geozid überlassen um auch diese illegalen Einwanderer meines Heims zu verweisen.
Danach werde ich gespannt warten, welche Abscheulichkeit aus der Fauna mich als nächstes heimsucht. Heugümper? Elefanten? Flugsaurier? Die gespannte Öffentlichkeit wird jedenfalls auf dem Laufenden gehalten werden…
